Gerade war noch Ausnahmezustand: Konfetti im Haar, Kamelle in den Jackentaschen, Musik auf den Straßen. Und plötzlich ist alles vorbei. Aschermittwoch markiert jedes Jahr das offizielle Ende der närrischen Zeit – und gleichzeitig den Beginn von etwas ganz anderem. Doch was genau bedeutet dieser Tag eigentlich?

Wann ist Aschermittwoch?

Der Aschermittwoch ist im christlichen Kalender der Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern. Er fällt immer auf den Mittwoch nach Fasching oder Karneval. Während zuvor ausgelassen gefeiert wurde, beginnt nun eine Zeit der Besinnung, des Verzichts und des Innehaltens.

Seinen Namen verdankt der Aschermittwoch einem besonderen Ritual: In vielen Kirchen wird den Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet. Die Asche stammt traditionell von verbrannten Palmzweigen des Vorjahres. Das Symbol soll daran erinnern, dass alles Irdische vergänglich ist – ein Gedanke, der selbst Kinder zum Nachdenken anregen kann. Für Familien bedeutet der Aschermittwoch also einen bewussten Wechsel: vom Feiern zum Reflektieren.

Die 40tägige Fastenzeit startet

Die Faschingszeit endet traditionell am Abend davor, also am Faschingsdienstag. Der Aschermittwoch bildet den klaren Schnitt. Früher war die Fastenzeit sehr streng geregelt: Fleisch, Süßigkeiten und viele andere Lebensmittel waren tabu. Der Brauch geht zurück auf die 40 Tage, die Jesus Christus laut Bibel fastend in der Wüste verbrachte. In früheren Zeiten verzichteten Menschen in dieser Phase streng auf Fleisch, Eier, Milchprodukte und oft sogar auf Feste oder Musik – es ging um Reinigung von Körper und Seele. Deshalb wurde zuvor noch einmal ausgiebig gefeiert und geschlemmt.

Heute sehen viele Menschen die Fastenzeit lockerer. Dennoch nutzen zahlreiche Familien den Aschermittwoch als Startpunkt für kleine persönliche Vorsätze: weniger Süßigkeiten, weniger Bildschirmzeit oder bewussterer Konsum. Gerade mit Kindern kann das eine spannende gemeinsame Erfahrung sein.

An Aschermittwoch ist Karneval vorbei
Am Aschermittwoch endet die Karnevalszeit. Dann erhalten Gläubige ein Kreuz aus Asche verbrannter Palmzweige.
Aschekreuz an Aschermittwoch

Aschermittwoch in Süddeutschland: besondere Traditionen

In einigen Regionen in Deutschland gibt es besondere Aktivitäten rund um den Aschermittwoch:

  • Politischer Aschermittwoch: Eine bekannte Tradition ist der sogenannte „Politische Aschermittwoch“. Besonders berühmt ist die Veranstaltung in Passau. Dort treffen sich Politikerinnen und Politiker verschiedener Parteien zu großen Versammlungen mit deftigen Reden, viel Publikum und oft klaren Worten. Diese Mischung aus Politik, Bierzeltatmosphäre und Schlagabtausch gehört in Bayern fest zur Kultur des Aschermittwochs.
  • Fischessen am Aschermittwoch: Da während der Fastenzeit früher kein Fleisch erlaubt war, entwickelte sich das traditionelle Fischessen. In vielen Familien und Gasthäusern steht am Aschermittwoch deshalb Fisch auf dem Speiseplan – ob gebacken, als Heringssalat oder klassisch mit Kartoffeln. Auch für Kinder lässt sich hier eine schöne Tradition schaffen: ein gemeinsames Familienessen als bewusster Abschluss der närrischen Tage.
  • Verbrennen der Faschingsfigur: In manchen Regionen wird symbolisch eine Strohpuppe oder Faschingsfigur verbrannt. Dieses Ritual steht für das Ende der Fasnet und den Abschied vom Winter. Besonders in schwäbisch-alemannischen Gebieten ist dieser Brauch verbreitet.
Aschermittwoch mit Mathjes
Viele Menschen essen nun verstärkt Fisch, da früher in der Fastenzeit Fleisch tabu war. Das muss nicht immer Matjes sein. Viele Kinder mögen lieber Fischstäbchen oder Lachs.

Aschermittwoch mit Kindern

Der Aschermittwoch kann ein guter Anlass sein, mit deinem Kind über Themen wie Maßhalten, Wünsche und Gewohnheiten zu sprechen. Vielleicht überlegt ihr gemeinsam, worauf ihr bis Ostern verzichten möchtet – oder was ihr bewusst öfter tun wollt, zum Beispiel gemeinsame Spieleabende. Der Aschermittwoch ist also weit mehr als nur das Ende von Karneval. Er ist ein Übergang, ein Neuanfang und eine Einladung, das Tempo ein wenig zu drosseln. Nach all dem Trubel tut das manchmal richtig gut.

Autorin: Kirsten Hemmerde

Fotos: Pixabay / Myriams Fotos, Reinhardth Rainer, Deutschonline, Grzegorz Krupa

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