Von Softdrinks über Ananas und Gemüse bis hin zu Fisch und Linseneintopf – fast alle Dosenlebensmittel im Test sind laut ÖKO-TEST mit Bisphenolen belastet. 52 Dosenkonserven haben die Experten auf ihre Belastung mit den Industriechemikalien Bisphenol A (BPA), Bisphenol S (BPS) und Bisphenol F (BPF) getestet. Mit erschreckenden Ergebnissen.

42 von 52 Dosen sind stark belastet

Das fanden die Tester heraus:

  • Bei 42 Produkten fällt die Bisphenol-Belastung „hoch“ oder „sehr hoch“ aus.
  • In den Maggi Ravioli in Tomatensauce und in fünf weiteren Dosenlebensmitteln hat das von ÖKO-TEST beauftragte Labor BPA-Gehalte gemessen, die mehr als 100-fach über der laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) noch unbedenklichen BPA-Tagesdosis (TDI) liegen.
  • ÖKO-TEST ordnet sie deshalb in der höchsten Kategorie als „sehr hoch“ belastet ein.
  • Die Maggi-Ravioli sind das Testprodukt mit dem höchsten nachgewiesenen BPA-Gehalt – er liegt für eine Portion von 400 Gramm 833-mal so hoch wie der Wert, den die EFSA bei einer täglichen Aufnahme für noch akzeptabel hält.

Darum warnt Öko-Test vor BPA

BPA besitzt eine hormonelle Wirkung für Mensch und Umwelt und ist als reproduktionstoxisch eingestuft, die Industriechemikalie wird auch in Zusammenhang mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko, Übergewicht und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern diskutiert. Wie streng BPA zu bewerten ist, ist in Fachkreisen umstritten. Im Vergleich zur EFSA veröffentlichte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einen eigenen, um den Faktor 1.000 weniger strengen TDI für BPA. Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes orientiert sich ÖKO-TEST bei seiner Bewertung am TDI der EFSA. 

Für andere Bisphenole wie BPS oder BPF existiert noch kein TDI, denn die Forschung zu diesen beiden ebenfalls in Beschichtungen eingesetzten Alternativen startete später. BPS ist in der EU jedoch ebenfalls als „vermutlich reproduktionstoxisch beim Menschen“ eingestuft, für BPF wird diese Einstufung noch in diesem Jahr erwartet.

ÖKO-Test findet auch positive Beispiele

Immerhin: Erstmals finden die Verbraucherschützer Testprodukte ohne die hormonwirksame Chemikalie Bisphenol A. Laut den Verbraucherschützern kann das mit einer neuen Verordnung zusammenhängen, die den bewussten Einsatz von BPA und einigen anderen gefährlichen Bisphenolen in Materialien verbietet, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen – somit auch in Konservendosen, die als eine der wichtigsten Eintragsquellen von Bisphenolen in unsere Nahrung gelten. Noch gelten allerdings Übergangsfristen, so dass noch immer mit Bisphenolen beschichtete Dosen im Handel erhältlich sind. Frei von BPA, BPS und BPF sind laut ÖKO-TEST zwei von 52 Testprodukten:

  • die Bio Primo Linseneintopf rustikal und die
  • Sea Gold Heringsfilets geteilt in Tomatensauce.

Weitere Informationen gibt es in dieser Ausgabe des ÖKO-TEST Magazins.

Quelle: Öko-Test

Foto: Pexels / Michaela St.

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