Influencer*innen sind die heutigen Medienidole bei Heranwachsenden. Doch unrealistische Körperbilder und ungesunde Körperideale bergen das Risiko, dass Kinder und Jugendliche ihren eigenen Körper als unzulänglich empfinden. Dies kann negative Auswirkungen auf das Selbst­wertgefühl bis hin zu krankhaftem Essverhalten haben. Die Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ empfiehlt Eltern und Erziehenden, sich zu informieren, für welche Social-Media-Stars ihr Kind schwärmt und bei Bedarf das Gespräch über vermeintliche Körper­ideale, aber auch über die geschäftlichen Interessen von Influencer*innen zu suchen.

Den Einfluss von Influencer*innen auf Kinder zeigt auch der neue TV-Spot von SCHAU HIN!, der Ende

Auf Instagram, TikTok oder YouTube posten Social-Media-Stars Fotos und Videos ihrer gestylten Körper. Sie sind extrem schlank oder haben ein perfekt durchtrainiertes Sixpack. Dabei sind solche Bilder selten realitätsgetreu: Die inszenierte Ausstattung und das professionelle Styling, die Bildauswahl und der Einsatz von Bildbearbeitungsprogrammen schaffen verzerrte Körperideale, die kaum zu erreichen sind. Das Selfie vieler Influencer*innen ist eben kein Schnapp­schuss, sondern professionell inszeniert. Über Echtzeitfilter können sogar Videoaufnahmen verändert werden: Diese formen Körperproportionen und verändern das Gesicht so ausgefeilt, dass für andere Nutzer*innen nicht erkennbar wird, dass ein Filter aktiviert ist.„Heranwachsende brauchen die Unterstützung ihrer Eltern dabei, die Beiträge von Influencer*innen einzuordnen“, sagt Iren Schulz, Mediencoach bei SCHAU HIN!.  

Wichtig ist, dass Eltern das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen stärken und ihre Interessen und Neigungen anerkennen. Dadurch fühlen sich die Kinder ernstgenommen, wertgeschätzt und sind besser geschützt davor, Unsicherheiten zu verdrängen, indem sie fragwürdige Idole nachahmen. Schulz verweist darauf, dass „es mittlerweile auch eine Reihe von Influencer*innen gibt, die sich für natürliche Körperbilder und ein gutes Selbstwertgefühl einsetzen“. 

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Influencer*innen verstecken zudem oftmals Werbung in ihren Beiträgen. „Für Kinder und Jugend­liche kommt erschwerend hinzu, dass die Werbeformen ihrer Online-Idole mal mehr und mal weni­ger direkt sind“, warnt der Mediencoach. Sogenannte „Hauls“, bei denen die Influencer*innen Ein­käufe vor der Kamera präsentieren, fallen schnell als Werbung auf. Häufig sind jedoch indirekte Werbebotschaften sehr geschickt in die Posts eingebettet und als Teil der natürlichen Lebenswelt inszeniert. Dann werden Produkte im Hintergrund ihrer Videos platziert oder in Alltagsgeschichten scheinbar beiläufig davon geschwärmt. Aufgrund der großen Beliebtheit der Social-Media-Stars bei Heranwachsenden können solche indirekten Werbe­botschaften Bedürfnisse wecken. 

Die geschäftlichen Interessen von Influencer*innen sind für Kinder schwer zu durch­schauen. Viele meinen, dass es den Social-Media-Stars in erster Linie darum geht, ihre Bekanntheit zu steigern. Jüngere Nutzer*innen gehen davon aus, dass ihre Online-Idole die Follower*innen mit Produktbeiträgen vorrangig unterhalten oder aus freundschaftlichen Motiven an ihrem Leben teilhaben lassen. Über die „Empfehlungen“ sind sie sogar dankbar. „Bei den Fragen, wie glaub­würdig die Empfehlung wirklich ist, welche Motive Influencer*innen haben und wie eine mögliche Zusammen­arbeit mit Unternehmen aussieht, benötigen Heranwachsende Verständnis und Auf­klärung“, so der Mediencoach. Am besten sprechen Eltern mit ihren Kindern schon früh darüber, was hinter Körperbildern und Produktempfehlungen von Internet-Stars steckt. 


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