Opa, Oma oder andere Verwandte liegen auf der Intensivstation? Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) gibt Tipps, wie der Besuch im Krankenhaus mit Kindern funktionieren kann.

Kinder als Besucher auf der Intensivstation: Daran scheiden sich die Geister. Während für die einen Krankheit und auch Tod zum Leben dazugehören, möchten die anderen Kinder vor eventuell traumatischen Erlebnissen bewahren. Daher hat ein Experten-Team aus Österreich, Deutschland und der Schweiz innerhalb der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) einen Leitfaden als Hilfestellung rund um dieses Thema veröffentlicht. Denn laut den Fachleuten gibt es viele Hinweise darauf, dass ein Besuch unter bestimmten Bedingungen förderlich für die Gesundheit der Kranken und der Kinder sein kann.

10 Empfehlungen für Kinderbesuche auf der Intensivstation

Die Fachgruppe wünscht sich eine einheitliche Besuchregelung für Kinder auf Intensivstationen. Bislang wird das immer noch sehr unterschiedlich gehandhabt. Klar ist: Ein solcher Besuch funktioniert nur, wenn alle Beteiligten einbezogen werden. Eine gründliche Hygiene vor dem Besuch sollte ebenso selbstverständlich sein wie eine fachkundige Begleitung. Das empfiehlt die DIVI-Gruppe:

  • Ein interprofessionelles Team der Klinik sollte den Besuch von Kindern auf der Intensivstation vorab planen.
  • Da Eltern die Entscheidung über den Besuch des Kindes treffen, sollten sie in Gesprächen darauf vorbereitet und in ihren Kompetenzen gestärkt werden.
  • Das Kind sollte von sich aus “ja” zum Besuch auf der Intensivstation sagen und auf diesen Termin auch vorbereitet werden. Diese Informationen orientieren sich idealerweise am Alter des Kindes und vermitteln ihm so ein angemessenes und verständliches Bild.
  • Eine Person des Behandlungsteams sollte kindliche Besucher betreuen und diesen Prozess vorbereiten, begleiten und nachbereiten.
  • Für den Besuch von Kindern auf der Intensivstation sollte psychosoziale Unterstützung angeboten werden.
  • Wenn sich der Patient im Sterbeprozess befindet oder bereits verstorben ist, stellt das eine herausfordernde Situation dar, die besonders begleitet werden sollte.
  • In Notfallsituationen wie zum Beispiel bei Notaufnahmen sollte ebenfalls eine kindgerechte Begleitung ermöglicht werden.
  • Den richtigen Rahmen für Kinderbesuche zu schaffen, sehen die Experten als Führungsaufgabe an. Die Leitung sollte Mitarbeiter für die Wichtigkeit dieses Themas sensibilisieren und die dafür nötigen Ressourcen bereitstellen.
  • Qualitäts- und Risikomanagement einbinden: Es sollte klare und verbindliche Regeln für einen Besuch von Kindern auf der Intensivstation geben.
  • Der Kinderbesuch und Angehörigengespräche sollten dokumentiert werden.

Die Experten haben ihre Empfehlungen ausführlich ausgearbeitet. Hier findest du die neunseitige Kurzfassung und hier die 64-seitige Gesamtfassung.

Bild: Pexels / Klaus Nielsen


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