Fotonachweis: Arne Trautmann

Bei Verdacht: Sofort den Notarzt rufen

In Deutschland erleiden jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall, darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hin. Schlaganfälle sind die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter und treffen die meisten Opfer völlig überraschend. Johanniter erinnern zum Tag des Schlaganfalls am 10. Mai wie wichtig es ist, entsprechende Vorsorge zu betreiben und im Fall der Fälle schnell zu handeln.

Unter „Schlaganfall“ versteht man eine Durchblutungsstörung des Gehirns. „Ausgelöst wird ein Schlaganfall in vier von fünf Fällen durch den Verschluss eines hirnversorgenden Gefäßes durch ein Blutgerinnsel. In den übrigen Fällen ist eine Hirnblutung die Ursache“, erklärt Frank Zirngibl, Sachgebietsleiter Rettungsdienst, „Weil Nervenzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, beginnen sie abzusterben – mit weitreichenden Folgen beispielsweise für Sprachvermögen und Bewegungsfähigkeit.“ Vom Säugling bis zum Greis kann ein Schlaganfall grundsätzlich jeden treffen. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit jedoch deutlich an.

Typische Symptome für einen Schlaganfall müssen nicht immer auffallen und können leicht übersehen werden. Neben Sehstörungen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Arm, Bein oder im Gesicht gehören auch plötzliche starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen zu den unspezifischen Symptomen. Fast sichere Anzeichen sind Lähmungen einer ganzen Körperhälfte sowie Sprach- und Sprechstörungen.

Die Stiftung Schlaganfall gibt zum Erkennen der Symptome den FAST-Test als Hilfestellung:

  • Face (Gesicht):           Bitten Sie die Person zu lächeln.
  • Arme: Kann die Person die Arme nach vorne strecken und dabei die Handflächen nach oben drehen?
  • Sprache:         Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen
  • Time (Zeit):    Wählen Sie unverzüglich die 112 und schildern Sie die Symptome.

„Bei Verdacht auf einen Schlaganfall muss schnell gehandelt und unter der Nummer 112 der Rettungsdienst alarmiert werden“, sagt der Rettungsdienstleiter. „Nur so können Gehirnzellen vor dem Absterben gerettet und spätere Beeinträchtigungen gemindert werden.“ Bis der Notarzt eintrifft, helfen einige einfache Maßnahmen: den Betroffenen beruhigen, für frische Luft sorgen, auf eine bequeme Lage achten und beengende Kleidung lockern. Wenn der Patient noch spricht, wird der Oberkörper leicht erhöht. „Nichts zu essen oder zu trinken geben, daran könnte der Patient ersticken“, warnt Zirngibl. Ist der Patient bewusstlos, sollte er in die stabile Seitenlage gebracht werden. Ist er bewusstlos und atmet nicht, oder nicht normal, sollte mit einer Wiederbelebung begonnen werden.

Wie bei den klassischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es auch beim Schlaganfall Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und erheblicher Alkoholkonsum. Diese fördern die sogenannte Arteriosklerose, bei der die Gefäßwände starr und ihre glatte Innenwand rau werden, was Ablagerungen und gefährliche Blutgerinnsel begünstigt. Wer regelmäßig Blutdruck und Cholesterinspiegel kontrollieren lässt, bei erhöhtem Cholesterinspiegel auf cholesterinarme Ernährung achtet, Stress vermeidet, nicht raucht, wenig Alkohol trinkt, für ausreichend Bewegung sorgt, sich mit viel frischem Obst und Gemüse und wenig Fett gesund ernährt, der vermindert sein Schlaganfallrisiko.

Quelle: www.johanniter.de/erstehilfe


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