Ein paar Klicks im Lieblingsspiel und plötzlich ist die Handyrechnung mehrere Hundert Euro höher als erwartet. Was für Kinder und Jugendliche nach einem harmlosen Spielvorteil aussieht, kann für Familien teuer werden. Doch müssen Eltern für In App Käufe ihrer Kinder tatsächlich aufkommen?

Was sind In App Käufe und warum können sie teuer werden?
Ob zusätzliche Spielzeit, virtuelle Diamanten, neue Ausrüstung für den eigenen Avatar oder der Zugang zu weiteren Levels: In App Käufe ermöglichen es, innerhalb eines Handy- oder Tabletspiels zusätzliche Inhalte und Funktionen zu erwerben.
Das ist die Geschäftsmethode: Viele Hersteller bieten ihre Mobile Games kostenlos zum Download an. Geld verdienen sie dann mit den In App Käufen. Sie verschaffen den Nutzern einen zusätzlichen Spielvorteil, bessere Fähigkeiten oder eine stärkere Ausrüstung. Diese zusätzlichen Kaufmöglichkeiten können jedoch schnell zur Kostenfalle werden. Besonders tückisch ist, dass häufig nicht ein einzelner großer Betrag zusammenkommt. Stattdessen summieren sich viele kleine Käufe nach und nach zu einer beträchtlichen Summe. In manchen Fällen geht es um Hunderte Euro.

Müssen Eltern für In App Käufe ihrer Kinder bezahlen?
Als Eltern seht ihr die Rechnung erst nach dem Kauf. Denn bezahlt wird online. Entweder per Paypal oder über die Bezahlfunktion – zum Beispiel ist dann eine Kreditkarte hinterlegt. Aber: Eltern müssen nicht automatisch für jeden In App Kauf ihrer minderjährigen Kinder zahlen. Denn Kinder und Jugendliche sind rechtlich nicht oder nur beschränkt geschäftsfähig. Damit ein Vertrag wirksam zustande kommt, benötigen sie grundsätzlich die vorherige Einwilligung oder die nachträgliche Genehmigung ihrer gesetzlichen Vertreter. Das sind in der Regel die Eltern.
Genehmigen Eltern die getätigten In App Käufe nicht, besteht normalerweise zunächst keine Zahlungspflicht. Das Risiko liegt dann beim Anbieter. Wichtig ist allerdings, dass du nicht zu lange wartest, wenn du fragwürdige Abbuchungen entdeckst. Denn unternimmst du lange Zeit nichts, kann das als stille Duldung gewertet werden.
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In App Käufe entdeckt? Das kannst du jetzt tun
Wenn plötzlich unerwartete Kosten auf deiner Rechnung auftauchen, solltest du schnell handeln. Entscheidend ist, wo die Käufe abgerechnet wurden:
Wenn die Abbuchung über einen App-Store erfolgt ist: Veranlasse über dein Nutzerkonto im App-Store die Rückabwicklung der Zahlung. Wird dein Anliegen abgelehnt, kannst du dich an die Bundesnetzagentur wenden.
Wenn die Kosten über den Mobilfunkvertrag abgerechnet werden: Schreibe deinem Telefonanbieter, beanstande die Abbuchung und lege Einspruch ein. Hier gibt es ein Musterschreiben der Verbraucherzentrale Hamburg, das du nutzen kannst. Wird dein Einspruch abgelehnt, kannst du auch hier die Bundesnetzagentur einschalten.

5 Tipps als Schutz vor teuren Überraschungen
- Damit In App Käufe nicht zum Familienstreit und zur finanziellen Belastung werden, lohnt sich ein klärendes Gespräch. Sprich frühzeitig mit deinen Kindern über die Risiken solcher Käufe und behalte im Blick, welche Spiele sie nutzen.
- Zusätzlich empfiehlt es sich, für Kinder möglichst Geräte mit Prepaid-Tarifen zu verwenden.
- Entferne außerdem gespeicherte Zahlungsdaten aus App-Stores.
- Damit dein Kind zukünftig keine In App Käufe mehr tätigen kann, sichere dein Handy-Nutzerkonto mit einer PIN für Käufe oder deaktiviere die Kaufoption vollständig. Bei deinem Mobilfunkanbieter kannst du eine Drittanbietersperre einrichten. So können zukünftige Käufe nicht mehr über die monatliche Handyrechnung abgerechnet werden.
- Für einige Spiele gibt es auch Karten oder Gutscheine, mit denen In App Käufe getätigt werden können. Diese sind zum Beispiel in Supermärkten oder Kaufhäusern erhältlich. Das kann eine Alternative sein, die leicht im Blick zu behalten ist.
Autorin: Kirsten Hemmerde mit Material der Verbraucherzentrale Hamburg
Foto: Pexels / Gabby K
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