Eislaufen zählt zu den schönsten Winteraktivitäten hierzulande, kein Wunder, dass es jetzt wieder viele aufs Eis zieht. Spitze Kufen, Unebenheiten und ungewohnte Bewegungen können aber auch zu Unfällen und Verletzungen führen.

Auf die Ausstattung kommt es an
Um Eis zu laufen, ist die richtige Ausrüstung wichtig. „Empfehlenswert ist wasserabweisende, wärmende Kleidung in mehreren Lagen nach dem sogenannten Zwiebelprinzip. So lassen sich einzelne Schichten flexibel anpassen und überschüssige Körperwärme beziehungsweise Feuchtigkeit optimal abtransportieren“, so Solveig Haw, Ärztin und Gesundheitsexpertin der DKV Deutsche Krankenversicherung AG.
Funktionsunterwäsche, atmungsaktive Zwischenlagen und eine schützende Außenschicht sorgen für effektive Temperaturregulation. Sinnvolle Ergänzungen sind Mütze, Schal, Handschuhe sowie warme, wasserdichte Schuhe. „Um bei einem Sturz den Kopf zu schützen, ist auch ein Helm sehr empfehlenswert“, ergänzt Haw. Sind die Kufen der Schlittschuhe beim Transport mit einem Überzug geschützt, kann das scharfe Metall keine Verletzungen oder Löcher in der Kleidung verursachen.

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Den Körper aufs Eislaufen vorbereiten
Insbesondere wer selten Schlittschuh läuft, sollte sich vor dem Gang aufs Eis aufwärmen und sich nicht überfordern. Regelmäßige Pausen und ausreichendes Trinken heißer, nicht alkoholischer Getränke helfen, Unterkühlung und Erschöpfung zu verhindern. „Wer zittert oder Taubheitsgefühle hat, zum Beispiel an Nase oder Händen, sollte zurück ins Warme“, rät die DKV-Gesundheitsexpertin. Das ständige Ausbalancieren, wiederholtes Bremsen und Drehen sind zwar ein gutes Training für die Muskulatur, Eisläufer sollten ihre eigene Fitness aber realistisch einschätzen und Gelenke, Bänder und Muskulatur nicht über Gebühr beanspruchen. „Nicht in jedem Alter und nicht für jede Person ist der Einstieg ins Eislaufen gleichermaßen geeignet, weshalb eine ehrliche Selbsteinschätzung entscheidend ist,“ so Haw.

Tipps für Anfänger
Für Anfänger empfiehlt es sich, auf einer Eislaufbahn oder in einer Halle die ersten Versuche zu wagen, am besten im Rahmen eines Kurses oder mit Hilfsmitteln wie Pinguinen, Zwergen oder anderen Eislauflern-Figuren. Hier können sich die Novizen auf Kufen festhalten und sich langsam an die ungewohnten Bewegungen und das Halten des Gleichgewichts gewöhnen. „Über den Helm hinaus sind insbesondere für Anfänger und Gelegenheits-Schlittschuhläufer auch Knie- und Ellenbogenschoner empfehlenswert“, rät Haw.
Erste Hilfe bei Stürzen und Unfällen
Wer beim Eislaufen stürzt, sollte ruhig bleiben, prüfen, ob ein sicheres Aufstehen alleine möglich ist und sich gegebenenfalls Hilfe holen. Umstehende sollten aufmerksam beobachten, ob die gestürzte Person stabil steht oder Anzeichen von Schmerzen zeigt. „Gelingt das Aufstehen nicht problemlos, ist es sinnvoll, die betroffene Person vorsichtig von der Eisfläche zu begleiten und hier weiter zu versorgen“, so die DKV-Gesundheitsexpertin. Wärme, etwas zu trinken und das Begutachten der Verletzung sind die nächsten Schritte. Ist es nicht nur ein blauer Fleck, sollte der Betreffende einen Arzt aufsuchen. Falls es die Situation erfordert, ist ein Anruf beim Notdienst das Mittel der Wahl.

Eislaufen auf natürlichen Gewässern
Natürlich gewachsenes Eis ist besonders schön, bringt aber auch eine ganze Reihe von Gefahren mit sich. Damit Natureis eine Person sicher trägt, sollte klares, bläulich wirkendes Eis über einen längeren Zeitraum hinweg bei strengem Dauerfrost gewachsen sein und mindestens rund acht bis zehn Zentimeter dick sein. Gleichzeitig bleibt jedes Natureis unberechenbar, weil Strömungen, Zu- und Abläufe, Brücken, Stege oder frühere Einbruchstellen zu ungleichmäßig gefrorenen Bereichen führen, in denen die Eisdicke deutlich geringer ist. Hier kann es trotz scheinbar geschlossener Fläche plötzlich brechen. „Natürliche Eisflächen bitte nur dann betreten, wenn sie von den städtischen Behörden freigegeben sind,“ warnt Haw.
Quelle: Ergo Group
Fotos: Pexles / Arina Dmitrieva, Mya Tezhny und Pavel Danilyuk
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