Foto: Katharinen-Spital-Chef Wolfgang Lindner mit Irene Steiner & Sabine Daser vom Kinderhospiz Dienst

Es ist bei weitem die schlimmste Nachricht, die Eltern hören müssen – sie reißt einem die Füße weg, versetzt in einen Schockzustand: „Ihr Kind ist todkrank!“

Wenn ein Arzt Eltern diese Nachricht überbringen muss, verändert sich alles. Schlagartig. Die Eltern sind im Ausnahmezustand. Jeder einzelne Gedanke kreist sich darum: „Wie rette ich mein Kind?!!“ Die Diagnose, dass das Kind unheilbar krank ist, möchte und kann man nicht wahrhaben.

„50.000 todkranke Kinder gibt es in Deutschland“, erzählt uns Thorsten Haase, Projektleiter der Deutsche Kinderhospiz Dienste. „Momentan gibt es eine Begleitquote von rund  7,2 Prozent. Das ist eine dramatische Unterversorgung. Unser Ziel ist es, den Familien bis 2030 ein bedarfgerechtes Angebot zu machen.“ Thorsten Haase möchte das ändern.

Sein erklärtes Ziel: Jedem Kind, das eine lebensverkürzende Diagnose erhält, jeder betroffenen Familie in Deutschland beistehen zu können!

So auch in Regensburg. 210 unheilbar kranke Kinder gibt es allein in Regensburg und Umgebung. Thorsten Haase hat jetzt eine Anlaufstelle für Familien in Regensburg etabliert: Katharinen-Spital-Leiter Wolfgang Lindner hat ihm Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, Irene Steiner und Sabine Daser bauen die Zweigstelle auf und koordinieren Anfragen und Hilfsangebote.

Die Hospizhelfer arbeiten allesamt ehrenamtlich. Sie besuchen betroffene Familien einmal in der Woche zuhause und kümmern sich zwei, drei Stunden lang um das Kind. „Je nach Krankheitsgrad sitzen wir am Bett und lesen eine Geschichte vor oder wir unternehmen einen Ausflug… was auch immer dem Kind gut tut“, erzählt Irene Steiner, während sie HOPE, den riesigen Tröst-Teddy des Kinderhospiz-Dienstes auf ihrem Schoß schaukelt. Die Familien nehmen diese Hilfe gerne an. Sie bedeutet eine klitzekleine Auszeit für die Eltern. „Wir kümmern uns auch um die Geschwisterkinder, denn die leiden immens mit.“

„Ich bin sehr gerne Hospizhelfer! Es ist ein erfüllender Job!“ Thorsten Haase strahlt. „Das mag sich komisch anhören. Aber wir kriegen so viel zurück. Ich betreue gerade einen schwerst behinderten Teenager und wir freuen uns jede Woche aufeinander. Ich freue mich über jeden Moment, den ich mit ihm verbringen darf. Wir verschaffen den“

Thorsten Haases Worte klingen lange in mir nach. Ja, so unvorstellbar es sein mag, aber Kindern die schwere Zeit zu lindern ist wohl eine der wertvollsten Berufungen, die man haben kann.

Die Hospizbegleitung bei Kindern ist anders, als bei Erwachsenen. Erwachsene werden zumeist während der letzten Lebenswochen begleitet. Kinder begleitet man teilweise jahrelang. Je nach Krankheit, je nach Diagnose.

Thorsten Haase und sein Team suchen nun in Regensburg Menschen, die sich ehrenamtlich als Hospizhelfer engagieren wollen. Ein 100stündiger Vorbereitungskurs über drei Monate bereitet auf die Tätigkeit vor – mit allen Aspekten. Interessierte können den kostenlosen Kurs besuchen und jederzeit aussteigen, wenn sie merken, dass sie doch nicht geeignet sind. „Uns ist wichtig, dass jeder einzelne von uns Respekt vor den eigenen Grenzen hat“, erklärt Haase. Niemand verpflichtet sich für immer. Wer während des Kurses merkt, dass ihm das alles zu nahe geht, darf jederzeit aussteigen.“

Thorsten Haase und sein Team freuen sich über jede Anfrage – und sie bitten darum, das Angebot kund zu tun: „Wir würden uns wünschen, dass betroffene Familien von uns erfahren. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Familien unsere Hilfe sehr gerne in Anpruch nehmen – wenn sie von uns erfahren haben.“

Der Deutsche Kinderhospiz Dienst finanziert sich rein aus Spendengeldern. „Wir arbeiten alle unentgeldlich, nur eine Mini-Kraft ist eingestellt, um die Hilfe zu koordinieren. Und die Fahrtkosten der Helfer werden erstattet“, erkläft Haase.

Kinder und deren Familien während ihrer schwersten Zeit zu begleiten ist sicherlich eine tiefgreifende Erfahrung. Sie ist eine der wichtigsten Tätigkeit, die es gibt. Sie ist emotional herausfordernd und gleichzeitig endlos bereichernd.

Helfen:

Der Kinderhospiz Dienst in Regensburg sucht Ehrenamtliche, die sich zu Hospizhelfern ausbilden lassen möchten. Der erste Kurs beginnt Anfang Dezember 2021.

Infoabende:
17. und 24. November, 18 Uhr.

Infos gibt es bei Sabine Daser
0941 – 46 39 23 70
Deutscher Kinderhospiz Dienst in Regensburg
Am Brückenfuß 1-3

kontakt@ambulanter-kinderhospizdienst-regensburg.de
www.ambulanter-kinderhospizdienst-regensburg.de
www.deutsche-kinderhospiz-dienste.de

  • Dortmund
  • Bochum
  • Frankfurt
  • Schwerin
  • und jetzt in Regensburg

Möchten Sie einen Kinderhospiz Dienst in Ihrer Stadt einrichten? Die Zentrale freut sich über Ihre Nachricht.

SPENDEN:

Deutsche Kinderhospiz Dienste
Volksbenk Dortmund
IBAN: DE87 4416 0014 6576 7958 04