Heute, am 25. November, ist Internationaler Roses Revolution Day – ein Tag, an dem gegen Gewalt während der Schwangerschaftsvorsorge, während der Geburtshilfe oder während der Nachsorge protestiert wird.

2011 wurde der Roses Revolution Day von betroffenen Müttern ins Leben gerufen. Heute beteiligen sich international auch viele Hebammen, Doulas und anderes Fachpersonal an dem Protesttag. Das Motto: Gemeinsam ein Zeichen setzen gegen Respektlosigkeit und Gewalt im Kontext von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.

Denn was der schönste Tag im Leben einer neuen Mama sein sollte – die Geburts des Kindes – mündet leider immer noch zu oft in einem Trauma. Noch immer berichten junge Mütter von traumatischen Geburtserlebnissen. Viele sprechen nicht darüber, weil sie der Meinung sind, das müsse man erdulden. „Stell dich nicht so an!“ haben viele während der Tortur gehört. Also reißen sie sich zusammen, schweigen, leiden im Stillen. Die Folgen sind oftmals tiefe Depressionen und Angst vor einer neuen Schwangerschaft.

Hebammen-Knappheit

Die Hebammen-Knappheit, verursacht durch eine groteske Gesundheitspolitik verursacht vermeidbaren Stress bei den Hebammen. Hebammen entscheiden sich in der Regel aus Passion für diesen erfüllenden Beruf. Gestraft werden sie durch viel Arbeit, schlechte Bezahlung, hohes Regressrisiko. Immer weniger Frauen entscheiden sich daher für diesen Beruf. Das Ergebnis: Eine Schwangere muss darauf hoffen, eine Hebamme zu finden, die sich ganz und zart auf sie konzentrieren kann. Eine Hebamme muss oftmals von einem Entbindungszimmer zum nächsten eilen, um mehrere Frauen gleichzeitig zu betreuen.

Zuversicht und Empathie

„Was wir Frauen brauchen, ist Zeit, Raum, Zuversicht und Empathie, um in das Urvertrauen zurückzufinden, unseren Instinkten folgen zu dürfen“, fordert Uta Börger vom Familienmagazin Lieslotte. „Wir brauchen außerdem eine Aufwertung der Hebammenhilfe. Wir möchten auf die emotionale und physische Hilfe bauen, die Hebammen seit jeher geleistet haben. Ich möchte junge Frauen ermutigen, wieder mehr ihr Bauchgefühl wahrzunehmen, die Botschaften ihres Körpers zu verstehen, auf ihre Intuition zu hören, auf ihre urweibliche Kraft zu vertrauen!“

Eine natürliche, sanfte Geburt ist unbeschreiblich schön. Sie kann aber nur in einem angstfreien Umfeld passieren, in der die Gebärende ermutigt und gestützt wird und so eine Chance hat, ihr Kind auf sanfte, natürliche und selbstbestimmte Art und Weise zur Welt zu bringen.

Traumatische Geburten

Die negativen Erfahrungen junger Mütter sind leider manighaft. Die wenigesten trauen sich mit ihrer Erfahrung an die Öffentlichkeit. „Hab dich nicht so! Dafür hast du ein bezauberndes Kind!“ heißt es schnell. Gegen unsensibles Geburtspersonal anzugehen, ist schier unmöglich.

Hier sind ein paar Stimmen betroffener Frauen:

„In meinem Krankenhaus bekamen alle Frauen einen Dammschnitt, ob sie ihn brauchten, oder nicht. Dieser Dammschnitt hat mich mein restliches Leben lang durch Entzündungen und dickes Narbengewebe gestört und behindert! Auch den sich auf meinen Bauch werfenden Geburtshelfer habe ich erlebt, um die Nachgeburt schneller aus meinem Leib zu holen. Ich hatte ja den Kreissaal schon 22 Stunden lang belegt! Nie mehr habe ich diese Misshandlungen vergessen!“

„Ich hatte nach der PDA stechende Schmerzen in der Wirbelsäule. Ich wurde von der Hebamme angebrüllt, ich solle mich nicht so anstellen und ich würde mich ja völlig verkrampfen. Ich war nicht verkrampft, ich lag einfach nur da und hatte Schmerzen und war damit allein, da die Hebamme die meiste Zeit gar nicht da war. Die Untersuchungen verliefen ruppig, lieblos und schmerzhaft.“

„Die Muttermundunterduchung war schmerzhaft und barsch. Das schlimmste aber was zum Schluss der Kristeller Handgriff. Es war einfach so schrecklich ich kann es gar nicht in Worte fassen, mein Mann der total tough ist, war schockiert. Sie haben so sehr gedrückt, ich dachte mein Kopf platzt. Mageninhalt schoss raus, ich schrie, es tat so weh das war einfach der absolute Alptraum. Dann sehr tiefe Dammschnitt und Saugglocke. Was auch garantiert sein musste dagegen sage ich nichts aber der Kristeller und ohne Aufklärung hat mich unglaublich traumatisiert.“

Initiative für eine gerechte Geburtshilfe in Deutschland

Die Initiative Gerechte Geburt kämpft für eine offene Diskussion unschöner Geburtserfahrungen. „Wir müssen diei Geburtshilfe verbessern!“

Bei der Initiative kann man sich schon während einer Schwangerschaft darüber erkundigen, wie eine sanfte Geburt aussehen sollte. Und man findet bei einer unguten Geburtserfahrung Trost und Austausch.

Inos: www.gerechte-geburt.de

Habt auch Ihr unschöne Geburtserlebnisse hinter Euch? Wir würden uns freuen, von Euch zu hören. Selbstverständlich werden alle Angaben vertraulich behandelt.

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