Viele werdende Mütter sind verunsichert: „Darf ich während der Schwangerschaft Sport treiben?“ Und ja! „Bewegung ist gut für Mutter und Kind“, sagt Prof. Dr. Olaf Ortmann. Er ist Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Caritas-Krankenhaus St. Josef und Inhaber des gleichnamigen Lehrstuhls der Universität Regensburg mit Schwerpunkt Gynäkologie.

Warum ist Sport gut für Schwangere?


Es hat sich gezeigt, dass bei Frauen, die körperlich fit sind, weniger unter den typischen Schwangerschaftsbeschwerden leiden. Außerdem stärkt Sport die Abwehrkräfte und der Körper wird besser mit Sauerstoff versorgt. Oft haben sportliche Frauen auch leichtere Geburten und erholen sich schneller im Wochenbett.


Prof. Dr. Olaf Ortmann

Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Caritas-Krankenhaus St. Josef und Inhaber des gleichnamigen Lehrstuhls der Universität Regensburg mit Schwerpunkt Gynäkologie.


Können Schwangere wie gewohnt Sport treiben?


Nein. Schwangere sollten ein paar Dinge beachten! Die Schwangerschaft ist keine Zeit für Hochleistungssport, die werdende Mutter sollte sich keinesfalls überlasten. Der Körper hat durch die jetzt ablaufenden Veränderungen schon vermehrt zu tun. Die Bänder und Sehnen sowie die Gelenke sind durch die hormonellen Veränderungen gelockert und anfälliger für Verletzungen. Deshalb rate ich grundsätzlich dazu, Muskeln und Gelenke durch ein paar einfache Dehnübungen vorsichtig und gründlich aufzuwärmen. Bei auftretenden Schmerzen – egal an welcher Stelle – sollte das Training unterbrochen werden.

Auf welche Sportarten sollte man verzichten?


Spazieren gehen, Tanzen oder Schwimmen, aber auch eine Reihe von anderen Sportarten sind während einer komplikationsfrei verlaufenden Schwangerschaft kein Problem. Nicht zu empfehlen sind hingegen Sportarten mit abrupten Bewegungen und Richtungswechseln wie zum Beispiel Ballsportarten, da die weichen Gelenke und Bänder zu sehr beansprucht werden. Auch Sportarten, die mit Sturzgefahr bzw. Verletzungsgefahr durch andere verbunden sind wie zum Beispiel Skifahren, oder Inline-Skaten, sind nicht ideal. Alles, was mit viel Hüpfen und Springen verbunden ist, wie auch Übungen zur Kräftigung der geraden Bauchmuskulatur, Sit-ups beispielsweise, können das Kind gefährden und sollten nicht durchgeführt werden.

Ersetzt Sport die Schwangerschaftsgymnastik?


Nein, Sport in der Schwangerschaft ist kein Ersatz für Schwangerschaftsgymnastik. Diese dient der Geburtsvorbereitung. Dort werden spezielle Atemtechniken trainiert bzw. Übungen zur Geburtserleichterung durchgeführt.

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