Schwanger werden oft gar nicht so einfach, wie man meint. Schätzungsweise jedes sechste bis siebte Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos. Doch es gibt Hilfe und Unterstützung – mittlerweile sogar von staatlicher Stelle.

Wer schon seit längerer Zeit versucht, schwanger zu werden, sollte sich ab einem gewissen Zeitpunkt vertrauensvoll in medizinische Hände begeben. Denn hier können die Gründe für den unerfüllten Kinderwunsch gesucht werden. Das sind

  • in vier von zehn Fällen eine biologische Ursache bei einem der beiden Partner,
  • bei zehn bis 15 Prozent aller Fälle eine seelische Ursache bei einem der beiden Partner und
  • bei zwei von zehn Paaren biologische Ursachen bei beiden Partnern.

Blutuntersuchungen, Ultraschall oder auch eine Analyse des Spermas geben Aufschluss über die Gründe der ungewollten Kinderlosigkeit. Das können zum Beispiel ein gestörter Hormonhaushalt, Verklebungen der Eierstöcke, Endometriose, Geschlechtskrankheiten oder auch geschädigte Spermien sein. Darauf basierend folgen dann Empfehlungen für eine Behandlung. Manchmal helfen bereits Akupunktur-Sitzungen oder Arzneien der chinesischen Medizin, um den Zyklus wieder zu normalisieren. In anderen Fällen bringen Medikamente den Hormonspiegel wieder ins Gleichgewicht. Besonders stark haben in den letzten Jahren Behandlungen in Kinderwunschpraxen zugenommen. Mittlerweise sind in Deutschland über 340.000 Kinder nach einer Kinderwunschbehandlung geboren worden.

Reproduktionsmediziner setzen hier vor allem auf die beiden Verfahren In-Vitro-Fertilisation (IVF) und Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Bei der IVF bringen sie Spermien und Eizellen in einem Reagenzglas zusammen. Ist die Spermienqualität eingeschränkt, wählen sie bei der ICSI ein Spermium aus und führen dieses mit einer Pipette in die Eizelle ein. Nach erfolgreicher Befruchtung werden eine oder mehrere Eizellen in die Gebärmutter der Frau zurückgeführt.

Ob alternative Medizin oder Schulmedizin – die Unterstützung auf dem Weg zum Wunschkind kann schnell teuer werden. Hier lohnt sich ein Anruf bei der Krankenkasse. Manche Versicherungen, vor allem die privaten oder auch die Zusatzversicherungen, übernehmen die Kosten von Akupunktur-Sitzungen. Finanzielle Hilfe gibt es auch von Bund und Ländern. So bezahlt das Bundesland Bayern bis zu 25 Prozent des Eigenanteils von IVF- und ICSI- Behandlungen. Ähnliche Erstattungsoptionen haben viele weitere Bundesländer. Einen Überblick gibt der Förder-Check auf dem Portal www.informationsportal-kinderwunsch.de des Bundesfamilienministeriums. 

Autorin: Kirsten Hemmerde


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