Immer mehr Menschen brauchen eine Brille. Viel Tageslicht kann gegen Kurzsichtigkeit helfen. Experten haben noch weitere Tipps, um die Verminderung der Sehleistung bei Kindern aufzuhalten.

Je kürzer die Tage werden, desto lieber machen es sich viele Familien zuhause gemütlich. In den vier Wänden fehlt es jedoch an etwas wichtigem vor allem für die kindliche Augengesundheit: „Tageslicht hemmt das Längenwachstum des Augapfels und bremst so Kurzsichtigkeit ab“, erläutert Professor Dr. med. Wolf Lagrèze von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). „Wir empfehlen daher zwei Stunden Aufenthalt pro Tag im Freien, das hilft gegen Kurzsichtigkeit – vermutlich bis ins junge Erwachsenenalter.“

Abstand und Licht können gegen Kurzsichtigkeit helfen

Kurzsichtigkeit beginnt im Kindesalter. Die Verschlechterung der Sehkraft kann daher nur im Kindes- und Jugendalter während der Wachstumsphase des Augapfels gestoppt werden. „Diese Entwicklung ist größtenteils mit 17 Jahren abgeschlossen“, so Lagrèze. „Bei Erwachsenen funktioniert das also nicht mehr.“ Daher empfiehlt der Experte diese Verhaltensregeln:

  • Draußen sein: “Kinder sollten zwei Stunden pro Tag draußen spielen, das halbiert das Risiko für Kurzsichtigkeit”, so der Spezialist für Kinderaugenheilkunde.
  • Abstand: Außerdem sollten Kinder “den Mindestleseabstand von 30 Zentimetern zu Buch oder Tablet einhalten und jede halbe Stunde eine Pause einlegen und den Blick in die Ferne schweifen lassen.“
  • Schreibtisch: Die ideale Position für kindliche Augen ist, wenn der Kinderschreibtisch am Fenster steht. Dann ist der Arbeitsplatz möglichst hell beleuchtet.

Augentropfen und die richtige Brille sind wertvolle Hilfsmittel

Wenn das Kind eine Brille braucht, sollten die Gläser genau an die Sehschwäche angepasst werden. Vor zu schwachen, also unterkorrigierten Brillengläsern, warnt Lagrèze: “Die Annahme, schwächere Brillengläser würden das Augenlängenwachstum bremsen, ist falsch. Das genaue Gegenteil ist der Fall: Unterkorrektur fördert Kurzsichtigkeit.“ Bei Kindern, die eine Brille tragen, empfiehlt er eine halbjährliche Untersuchung. So können Verbesserungen oder Verschlechterungen schnell erkannt und die Brillengläser angepasst werden.

Unter Umständen kann auch eine Therapie mit Augentropfen helfen. „Dafür kommen Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren in Frage, bei denen die Kurzsichtigkeit pro Jahr um mindestens eine halbe Dioptrie zunimmt“, erklärt Lagrèze. Diese sogenannten Atropin-Tropfen werden täglich in jedes Auge gegeben, meist über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren. “Studien aus Asien belegen, dass die Tropfen die Zunahme der Kurzsichtigkeit um bis zu 40 Prozent abbremsen“, berichtet der Freiburger Augenarzt. Als Alternative können auch spezielle Kontaktlinsen in Frage kommen. Lagrèze empfiehlt sie für Kinder ab zehn Jahren. Diese Linsen können Kurzsichtigkeit um bis zu 40 Prozent mindern und sollten bis zum vierzehnten Lebensjahr getragen werden.

Foto: Pexels / Andrea Piacquadio

Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft


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