Der Anfang vom Ende? Wenn wegen Kind, Haushalt, Job und Überhaupt-ist-alles-zu-viel” das Sexleben auf der Strecke bleibt, geht dann die Liebe flöten? Oder handelt es sich “nur” um eine momentane Flaute? Eines ist klar: Man sollte sich um das Thema kümmern – so oder so.

Autorin Birte Glang hat da ein paar Ideen. Wir haben uns mit ihr unterhalten.

Birte, wie verklickert Mama ihrem Partner, dass sie gerade keinen Bock auf Sex hat, ohne doof zu sein?

Birte Glang:
Die Wahrheit, aber dafür sollte sie ein anderes Mal auch die Initiative ergreifen. Es gibt nämlich auch genug Paare bei denen “traut” sich die/der Partner:in dann schon nicht mehr die Initiative zu ergreifen aus Angst vor Ablehnung. Die Wahrheit ist einfach das Beste, denn jeder versteht, wenn frau wie mann einfach nicht mehr kann, weil der Tag mit den Kids zu anstrengend war. Auch Männer, die sich den ganzen Tag um die Kinder kümmern, können das gut nachvollziehen. Macht lieber direkt einen “Alternativtermin” aus , darauf könnt ihr euch gemeinsam freuen und an dem Tag vielleicht stattdessen einfach Arm in Arm gemeinsam einschlafen.


Birte Glang_c_Lena Faye

Birte Glang, Model, Schauspielerin und »Move it Mama«-Gründerin:
“Eltern, die dieses Buch lesen, haben intensivere Orgasmen und
garantiert öfter Sex!”

Aufklärung, Übungen und vor allem: ein ehrlicher Blick ins eigene
Schlafzimmer. Dafür beantwortet die Zweifachmutter gemeinsam mit
Expert:innen genau die Fragen, die wir bislang nur heimlich gegoogelt haben. »Elternsex – Wie euer Liebesleben wieder in Schwung kommt«


Wie findet Paar zurück zu einem spannenden Sexleben, wenn sich doch alles um den Sproß dreht?

Birte Glang:
Das ist wohl der schwierigste Part. Mein erster Ratschlag: versucht einfach möglichst regelmäßig weiterhin sexuell aktiv zu sein. D.h. es kann auch mal sein, dass ihr nur euren Partner/eure Partnerin befriedigt oder umgekehrt. Oder es ein Quickie ist oder andere kleinere sexuelle Aktivitäten. Wichtig ist, bleibt dran. Einmal den Anschluss verpasst, ist es schwieriger wieder anzufangen. Oft sind frau/mann sogar unzufrieden, aber wissen gar nicht, dass Sex vielleicht eine Abhilfe schaffen könnte.

Trotzdem ist es aber auch nie zu spät wieder anzufangen, dazu weiter unten auch einige Tipps, die den Schwung im Bett aufrechterhalten können bzw zubringen.


Eins was hilft, wenn ihr zu k.o. seid:
Kopf Frei machen – oft helfen schon einige Minuten Ruhe für euch, wenn die Kinder im Bett sind, bevor ihr euch dann bewusst auf Sex mit dem Partner einlasst. In meinem Buch beschreibe ich eine kurze Meditation, die den Kopf frei macht so dass überhaupt erst sexuelle Lust entfachen kann.


Versucht nicht euer Sexleben von vor der Baby-Zeit zu kopieren, doch gemeinsame Erinnerungen können auch euch auch stimulieren und vielleicht schreibt ihr jetzt weiter an eurer Post-Baby-Sexstory und schafft neue Erinnerungen, an die ihr euch in 10 Jahren wieder gern erinnert.

Darf man mit Baby im Zimmer Sex haben?

Birte Glang:
Ganz streng genommen, ist es ja sexueller Kontakt in Anwesenheit von Minderjährigen, und wäre somit gesetzlich untersagt. Doch hier – und da kommt die Juristin in mir durch – müssen wir das Gesetz dementsprechend auslegen und nach dem eigentlichen Sinn hinterfragen. Die meisten Experten raten vor falscher Befangenheit ab und argumentieren, dass selbst wenn das Baby Sexgeräusche wahrnimmt, es diese noch nicht mit Phantasien verbindet wie Erwachsene. Sie nehmen sie eher als alltägliche Lebensgeräusche wahr. Und das ist ja wovor das Gesetz schützen will.


Trotzdem würde ich empfehlen darauf zu achten, dass das Baby es nicht optisch wahrnimmt.  Im Dunkeln, oder verdeckt unter einer Bettdecke oder aber auch schon geschützt durch das Beistellbett an sich und der Tatsache, dass ein frischgeborenes Baby ohnehin noch nicht besonders klar sehen kann, dann spricht  zumindest in den ersten drei Monaten nichts dagegen sich eurem Liebesspiel hinzugeben wenn euer Säugling im Raum ist und bestenfalls schläft.

Verraten Sie uns 5 heiße Anleitungen, wie Eltern wieder Spaß am Sex kriegen?

1: Kleine Berührungen im Alltag – im Alltagsstress bleiben kleine Streicheleinheiten meist auf der Strecke, aber schon ein intensiver Blick, ein Schulterstreichler oder kurze Umarmung können eure Nähe aufrechterhalten und das Feuer wieder eher entflammen.


2: Sex-Dates – verabredet euch! Nicht nur zu Date-Nights sondern explizit zum Sex! Natürlich kann auch das mal ausfallen, wenn ihr einfach zu kaputt seid, aber grundsätzlich hilft die Vorfreude.


3: Quickies sind der Hit als Eltern- oft ist nicht genügend Zeit, aber auch ein Quickie kann toll sein und beide Elternteile sind befriedigt und zufrieden!


4: Beckenbodentraining – ein gut trainierter Beckenboden kann eure Orgasmen und eure Empfindungen extrem intensivieren! Ich habe einige Übungen dazu im Buch vorgestellt, andere sind in der MOVE IT MAMA App im Fitnessprogramm für Mamas zu finden und bald startet eigens dafür noch ein Online-Kurs “pimp your love”.


5: Lust auf Neues oder Altbewährtes? Erlaubt ist was gefällt, probiert es doch einfach mal mit einer neuen Stellung pro Mal, vielleicht ist die eine oder andere dabei, die ihr gern in euer Altbewährtes aufnehmt und die euch richtig antörnt.

Danke, Birte, für das spannende Gespräch.
Maria Burges


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