Ein neues Fahrrad fürs Kind, ein günstiges Smartphone, die passende Waschmaschine oder schon die ersten Weihnachtsgeschenke: Online lässt sich fast alles bequem von zu Hause aus bestellen. Doch nicht jedes Angebot, das auf den ersten Blick wie ein echtes Schnäppchen aussieht, ist auch eines. Immer wieder tauchen sogenannte Fake Shops auf. Sie sehen häufig professionell aus, locken mit auffällig niedrigen Preisen und vermitteln zunächst den Eindruck eines ganz normalen Online-Händlers. Das Problem: Nach der Bezahlung kommt die bestellte Ware gar nicht – und das Geld ist unter Umständen weg.

Was sind Fake Shops?

Ein Fake Shop ist ein gefälschter Online-Shop. Hinter der Internetseite steckt kein seriöser Händler, der die angebotenen Waren tatsächlich verkaufen und liefern möchte. Stattdessen geht es den Betreibern darum, Kundinnen und Kunden zur Zahlung oder teilweise auch zur Preisgabe persönlicher Daten zu bewegen.

Besonders perfide: Fake Shops müssen nicht zwangsläufig billig oder schlecht gemacht aussehen. Manche Seiten wirken erstaunlich professionell. Produktfotos, Bewertungen, Gütesiegel und ein scheinbar vollständiges Impressum können einen seriösen Eindruck vermitteln. Genau deshalb solltest du dich nicht allein vom Aussehen eines Shops überzeugen lassen.

Das sind Warnzeichen

Es gibt nicht das eine Merkmal, an dem Fake Shops zweifelsfrei erkennen lassen. Häufig kommen jedoch mehrere verdächtige Hinweise zusammen.

1. Wer verkauft mir das eigentlich?

Schau nicht zuerst auf das Produkt, sondern auf den Händler. Gibt es einen vollständigen Unternehmensnamen? Eine nachvollziehbare Adresse? Eine Telefonnummer? Eine E-Mail-Adresse? Wenn du erst lange suchen musst, um überhaupt herauszufinden, wer hinter dem Shop steckt, ist Vorsicht angebracht. Auch ein vorhandenes Impressum bedeutet übrigens nicht automatisch Entwarnung. Betrüger können beispielsweise Daten echter Unternehmen missbrauchen.

2. Existiert die angegebene Adresse?

Das ist ein einfacher zusätzlicher Check. Suche die Adresse unabhängig vom Shop, beispielsweise über eine Karten- oder Suchmaschine. Passt dort tatsächlich das angegebene Unternehmen hin? Eine Adresse allein beweist natürlich noch nicht, dass ein Shop seriös ist. Aber offensichtliche Widersprüche sind ein wichtiges Warnsignal für Fake Shops.

3. Was sagen andere über den Händler?

Bevor du bei einem unbekannten Shop mehrere hundert Euro ausgibst, kannst du im Internet den Shopnamen recherchieren. Suche beispielsweise nach: Shopname + Erfahrungen oder Shopname + Betrug. Interessant sind vor allem unabhängige Erfahrungsberichte. Dabei solltest du allerdings nicht blind jeder Bewertung glauben. Auch Bewertungen können manipuliert sein. Achte deshalb auf das Gesamtbild.

4. Wie sollst du bezahlen?

Jetzt wird es besonders wichtig. Schau dir an, welche Zahlungsarten tatsächlich angeboten werden. Wenn am Ende der Bestellung plötzlich nur noch eine Überweisung möglich ist, obwohl vorher verschiedene Zahlungsarten versprochen wurden, solltest du sehr vorsichtig werden. Denn wenn du das Geld bereits überwiesen hast und der Shop anschließend verschwindet, kann es schwierig sein, die Zahlung zurückzubekommen.

5. Prüfe das Gütesiegel – nicht nur das Logo

Ein bekanntes Siegel auf der Startseite kann Vertrauen schaffen. Aber ein Bild von einem Gütesiegel beweist noch nicht, dass der Shop tatsächlich zertifiziert ist. Wenn ein Händler mit einem Siegel wirbt, kannst du auf der Seite des jeweiligen Anbieters prüfen, ob die Zertifizierung wirklich für diesen Shop gilt.

Warnliste vor Fake Shops

Die Verbraucherzentrale führt eine Liste auffälliger Online-Shops und ergänzt diese fortlaufend. Das kann dir bei deiner Recherche helfen, wenn du einem unbekannten Händler nicht traust. Hier gelangst du zur

Fake-Shop-Liste der Verbraucherzentrale

Wichtig ist dabei: Steht ein Shop nicht auf einer Warnliste, ist er dadurch nicht automatisch seriös. Eine solche Liste kann immer nur ein zusätzlicher Baustein bei der Prüfung sein.

Autorin: Kirsten Hemmerde

Bilder: Pexels / Julio Lopez und Cup of Couple

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