Foto: Fabian Kaiser

Ein Schlaganfall ist ein Notfall, bei dem jede Minute zählt. Auch in Corona-Zeiten ist es daher entscheidend, ins Krankenhaus zu gelangen!

Zum 29. Oktober, dem „Weltschlaganfalltag“, weisen die Johanniter darauf hin, dass ein Schlaganfall als potenziell lebensbedrohlicher Notfall gilt. „Deshalb ist schnelle ärztliche Hilfe entscheidend. Am besten in einer Klinik mit einer Stroke-Unit, also einer auf die Behandlung des Schlaganfalls spezialisierten Abteilung“, sagt Frank Zirngibl, Leiter des Rettungsdienstes der Johanniter in Ostbayern.

Immer ein Fall für den Notruf 112 ! Denn jede Minute zählt

„Bei jedem Verdacht, dass es sich um einen Schlaganfall handeln könnte, ist es zwingend, den Notruf 112 zu wählen!“, betont Zirngibl.

Aktuell beobachten Kliniken und Mediziner allerdings: Viele Betroffene schrecken davor zurück, solange ihnen die Situation als kontrollierbar erscheint. Aus Angst vor einer Corona-Infektion wollen sie nicht in die Klinik. „Das ist hoch riskant“, warnt Frank Zirngibl. „Gerade beim Schlaganfall zählt – wie beim Herzinfarkt – jede Minute. Je früher die Behandlung einsetzt, desto besser sind auch die Aussichten, mögliche Spätfolgen zu vermeiden und zu reduzieren, etwa Lähmungen oder Sprachverlust.“ Krankenhäuser sind unverändert darauf eingestellt, akut eingelieferte Patienten zu behandeln. Selbstverständlich gelten dabei überall strengste Hygieneregeln zum Schutz vor einer Infektion mit dem Corona-Virus. 

„Das gilt natürlich ebenso für Rettungsfahrzeuge und ihre Besatzung“, erklärt Zirngibl. Die Rettungskräfte klären direkt, in welche Klinik ein Patient gebracht werden soll. Sie können unterwegs medizinische Hilfe leisten und die Klinik auf dem Laufenden halten. All das ist Teil der optimalen Betreuung nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt. Daher ist es immer besser, die Rettungskräfte zu rufen, als mit einem privaten Pkw in die Klinik zu fahren. 

Typische Symptome eines Schlaganfalls: der FAST-Test

Wenn man erste Symptome bei anderen Personen oder bei sich selbst entdeckt, sich aber noch nicht sicher ist, ob es sich tatsächlich um einen Schlaganfall handelt, eignet sich der sogenannte FAST-Test. Dieser besteht aus vier Teilen:

  • Face (Gesicht): Fordern Sie die betroffene Person auf, zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel nach unten oder wirkt das Lächeln verzogen, kann das ein Anzeichen für einen Schlaganfall sein.
  • Arms (Arme): Bitten Sie die betroffene Person, beide Arme gerade nach vorne zu strecken. Bei einem Schlaganfall ist dies unter Umständen nicht möglich.
  • Speech (Sprache): Fordern Sie den Betroffenen auf, einen einfachen Satz nachzusprechen. Sollte das nicht gelingen, kann das ein Zeichen für einen Schlaganfall sein.
  • Time (Zeit): Wenn die Person diese Aufgaben nicht erfüllen konnte, geht es um jede Sekunde. Verständigen Sie sofort den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112. Beantwortung der fünf W- Fragen ist von großer Bedeutung, dass Sie dabei ausdrücklich Ihre Vermutung auf einen Schlaganfall äußern.

„Manchmal lassen die Beschwerden nach wenige Minuten wieder nach“, sagt Zirngibl. „Es ist wichtig, trotzdem gleich ärztliche Hilfe zu holen! Denn es kann zu einem weiteren, eventuell stärkeren Schlaganfall kommen.“


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