Für viele Eltern ist Aufklärung ein heikles Thema. Dabei sind altersgerechte Gespräche über Sexualität ein wichtiger Baustein für ein gutes Körpergefühl und starkes Selbstbewusstsein auch bei Klein- und Kitakindern.

Warum ist Aufklärung so wichtig?

Frühzeitige und altersgerechte Aufklärungsgespräche sind ein wichtiger Baustein, um deinem Kind ein positives Körpergefühl zu vermitteln. Durch deine Informationen lernt es zum einen, Körperregionen und biologische Vorgänge korrekt zu bezeichnen. Es wird darin bestärkt, dass diese Eigenschaften normal sind, und nichts sind, wofür man sich schämen muss. Ganz im Gegenteil.

Auf der anderen Seite erfährt es durch deine liebevollen Antworten aber auch, dass Gefühle hierbei von großer Bedeutung sind und dass bestimmte Handlungen Heranwachsenden oder Erwachsenen vorbehalten sind. Du hast die Chance, dein Kind darin zu bestärken, dass seine Grenzen wichtig sind. Wenn es ein schlechtes Gefühl bei einer Berührung oder Handlung durch andere hat, darf und soll es “nein” sagen.

Ab wann sollte ich mit meinem Kind über Sexualität reden?

Idealerweise beginnt Aufklärung nebenbei. Das kann schon im Baby- und Kleinkindalter der Fall sein. Wenn du dein Baby wäschst oder anziehst, benennst du sicherlich oft die Körperregionen: “Jetzt ziehen wir das linke Bein an, jetzt das rechte Bein.” Nimm einfach die Geschlechtsorgane mit auf. So lernt dein Kind wie selbstverständlich, dass Scheide oder Penis genauso zu seinem Körper gehören wie Hände oder Füße. Durch deine sanften Berührungen beim Wickeln erfährt es, wie schön sich Körperkontakt anfühlt. Das ist schon eine erste sehr bedeutende Erfahrung.

Aufklärung: Unsere Tipps für eure Gespräche

Sind Kinder zwei, drei Jahre alt, bemerken sie oft die körperlichen Unterschiede zwischen Frau und Mann. Oft fangen sie dann an, konkrete Fragen zu stellen. Wichtig ist es hier, altersentsprechend, ehrlich und direkt zu antworten. Die Geschichte von den Bienchen und Blümchen hilft hier nicht weiter, denn die muss hinterher wieder gerade gerückt werden. Das sind unsere Vorschläge für ehrliche Antworten:

  • “Wie kommt das Baby in den Bauch?”: Ist dein Kind noch klein, reicht es ihm zu erklären, dass ein Baby wächst, wenn zwei Menschen sich lieb haben. Mit vier oder fünf Jahren versteht es durchaus, dass der Mann dafür den Penis in die Scheide der Frau steckt und daraus etwas fließt, dass das Baby wachsen lässt.
  • “Wie kommt das Baby wieder heraus?”: Jüngeren Kindern genügt die Antwort, dass es eine Klappe oder ein Tor gibt, durch das das Baby aus Mamas Bauch geboren wird. Etwas älteren Kindern kannst du ruhig den Geburtsweg erklären. Dabei brauchst du nicht zu sehr ins Detail gehen. Meist reichen grobe Fakten aus, um die Neugier zu stillen.
  • “Warum habe ich einen Penis und du eine Scheide?” – “Weil bei Erwachsenen beides gut ineinander passt. Das ist wichtig, wenn sie sich lieb haben. Oder wenn sie ein Baby möchten.” Mit dieser Antwort vermittelst du deinem Kind, dass Sex nicht nur zur Fortpflanzung da ist. Sondern dass Erwachsene es auch machen, wenn sie Lust aufeinander haben und schöne Gefühle miteinander teilen möchten.

Diese Bücher bieten tolle Gesprächsanlässe

Wenn dein Kind keine konkreten Fragen hat, du aber gerne mit ihm über dieses wichtige Thema sprechen möchtest, bieten euch altersgerechte Bücher tolle Gesprächsanlässe:

Foto: Pexels / Rodnae Productions

Autorin: Kirsten Hemmerde

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