Etwa die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren hat Karies. Die geschädigten Milchzähne können die bleibenden Zähne gefährden.

Ein kleines Loch oder sogar Zahnschmerzen? Das kommt schon bei kleinen Kindern häufig vor. Nach Informationen der Krankenkasse IKK classic ist bei den Unter-Dreijährigen bereits jedes zehnte Kind von Karies betroffen. Je älter die Kinder werden, desto häufiger tritt Karies auf. “Wer denkt Karies sei bei Milchzähnen nur halb so wild, vergisst, dass viele Milchzähne erst nach einem guten Jahrzehnt ausfallen“, sagt Christina Vorbeck vom Fachbereich Prävention der IKK classic.

Milchzähne mit Karies gefährden die bleibenden Zähne

So fallen die ersten Zähne, die Schneidezähne, ungefähr mit Schulbeginn aus. Doch die letzten Milchzähne – die Backenzähne – verlieren viele Kinder erst mit rund zwölf Jahren. „Karies im Milchzahngebiss erhöht auch deutlich das Risiko für Karies an den bleibenden Zähnen. Deshalb sollten die Zähne von klein auf täglich mit einer Kinderzahnpasta geputzt werden“, rät Vorbeck.

Vorbeugen hilft

Damit gar nicht erst gebohrt oder gar ein Zahn gezogen werden muss, ist Prävention wichtig. Mit diesen Tipps können Eltern Karies bei ihren Kindern vorbeugen:

  • Ansteckung verhindern: “Was viele nicht wissen: Karies kann ansteckend sein. Deshalb spielt auch die eigene Zahnpflege der Eltern eine Rolle. Die Kariesbakterien der Erwachsenen können über Speichelkontakt, beispielsweise durch das Abschlecken des Löffels oder des Schnullers, auf das Kind übertragen werden“, erläutert Christina Vorbeck.
  • Zucker vermeiden: Karies wird durch Säure verursacht, die sich aus Zucker bildet. Daher sollten Kinder zuckerfreie Getränke in ihre Nuckelflasche bekommen – am besten Wasser.
  • Zahnarzttermin: Profis können Karies rasch erkennen. Denn sie gilt als häufigste chronische Krankheit im Vorschulalter. Ab dem sechsten Lebensmonat kannst du mit einem Kind einen Termin beim Zahnarzt vereinbaren, er wird von der Krankenkasse übernommen.

Vorsorgeuntersuchungen zum Schutz der Milchzähne

Diese Untersuchungen auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten für Kinder und Jugendliche übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen:

  • sechs Untersuchungen für Kinder bis zum 6. Lebensjahr, davon drei im Kleinkindalter.
  • Die erste Untersuchung sollte vom 6. bis zum vollendeten 9. Lebensmonat stattfinden, die zweite Untersuchung vom 10. bis zum vollendeten 20. Lebensmonat und die dritte in der Regel vom 21. bis zum vollendeten 33. Lebensmonat.
  • Bis zum sechsten Lebensjahr werden drei weitere Zahnvorsorgeuntersuchungen übernommen.
  • Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren können einmal pro Halbjahr zur Vorsorge beim Zahnarzt gehen.
  • Ab dem 12. Lebensjahr trägt der Zahnarzt die Untersuchungen in ein Bonusheft ein. Damit besteht ein Anspruch auf höhere Zuschüsse, falls später Zahnersatz erforderlich sein sollte.

Zu den Untersuchungen gehört eine Einschätzung des Kariesrisikos, die Mundhygiene-Beratung, eine Inspektion der Mundhöhle sowie die Motivation zur Prophylaxe. Wenn es der Zahnarzt für erforderlich hält, kann zudem eine lokale Fluoridierung zur Schmelzhärtung erfolgen. Auch ist es möglich, kariesfreie Fissuren und Grübchen der Backenzähne zu versiegeln.

Foto: Pexels / Pavel Danilyuk

Quellen: IKK classic und Bundesgesundheitsministerium



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